Foodclub – ein Kochwanderzirkus

Der Herr Dedalusroot und ich sind uns einig: leckeres Essen ist etwas ungemein Feines und Sinnliches. Wenn man es selbst zubereitet, erhöht das den Genusslevel >9000. Und wenn man nicht alleine sondern mit Freunden und für Freunde kocht, ist das ein ungemein großartiges und wiederholenswertes Ereignis.

Tatsächlich gefielen uns unsere bisherigen Kochsessions so gut, dass wir beschlossen haben, ein semi-regelmäßiges Event daraus zu machen. Und damit wir zwei uns nicht nur gegenseitig mit Leckereien vollstopfen, kamen wir auf die Idee, Kitchensurfing zu betreiben.
Man kann sich das wie einen Koch-Wanderzirkus vorstellen: wir nomadisieren durch eure Küchen, kochen für euch, essen mit euch und haben gemeinsam einen wundervoll verfressenen Abend. Wer also trotz mäßiger Kochkünste etwas anderes auf dem Teller haben möchte als „Reis mit Scheiß“ oder Nudeln mit Sauce, wessen Geschmacksknospen nach ein wenig Inspiration lechzen oder wer schlicht einmal zu faul ist, sich selbst an den Herd zu stellen: wir übernehmen das mit Freuden!

Allerdings: wir sind kein Dienstleistungsunternehmen. Wir wollen mit euch Spaß am Kochen und Essen haben. Wir sind eher der Fightclub unter den Kochaficionados und Foodporn-Liebhabern. Wir sind quasi der Foodclub.

In diesem Sinne hier unsere Regeln:
1. Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt.
2. Wir überlegen uns ein Menü, posten das, und bei Gefallen schreit ihr ganz laut „HIER, ICH!“
3. Wer nicht gekocht hat, wäscht ab.
4. Wir machen das ganze nur innerhalb von Berlin.
5. Scheiß auf low cal, low carb, fettarm oder Weight-Watchers-Punkte: schmecken muss es!
6. Allergien, Unverträglichkeiten, völlig verhasste Zutaten und ethische Entscheidungen bilden Ausnahmen von Regel 5 und werden berücksichtigt. Heißt: wir können auch ohne Tier, Laktose o.ä.😉
7. Wir kaufen ein, was ihr nicht da habt, die Einkaufskosten werden fair durch alle Esser geteilt. Küchengeräte solltet ihr selbst haben, wir bringen nur im Notfall etwas mit, wenn es handlich ist.
8. Wir werden den Abend ganz hipstermäßig mit Fotos, Blogbeiträgen oder evtl. einem Stream(?) im Netz verewigen. Aluhüte statt Kochmützen stehen uns nicht.

Unser aktueller Menüvorschlag ist von der marokkanisch-orientalischen Küche inspiriert:

1. Vorspeisen

Auberginenkaviar
(Auberginen, Tomaten, Petersilie/Koriander, Zitrone, Joghurt)

Bulgur/Couscousalat
(Bulgur/Couscous, Tomaten, Paprika, Frühlingszwiebeln, Minze, Petersilie/Koriander)

Joghurtdip mit Gurke, Minze und Aprikose
(Joghurt, Gurke, Minze, getrocknete Aprikosen, Minze)

2. Hauptgang

Orientalischer Sheperd’s Pie
(Lammhack, Möhren, Kreuzkümmel, Feigen, Datteln, Berberitzen, Süßkartoffeln)

3. Dessert

Joghurt mit frischen Feigen, Honig und Walnüssen
(griechischer Sahnejoghurt, frische Feigen, Aprikosen, Walnüsse, Honig)

Wem jetzt das Wasser im Munde zusammengelaufen ist und von uns bekocht werden möchte, schreie jetzt also „HIER!“😉

Ganz zuunterst, in einem verschlossenen Aktenschrank, in einem unbenutzten Klo

“Aber Mr. Dent, die Pläne lagen die letzten neun Monate im Planungsbüro aus.”

“O ja. Als ich davon hörte bin ich gestern nachmittag gleich rüber gegangen um sie mir anzusehen. Man hatte sich nicht gerade viel Mühe gemacht, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken. Ich meine, dass man’s jemandem gesagt hätte oder so.”

“Aber die Pläne lagen aus…”

“Lagen aus? Ich musste schließlich zu erst in den Keller runter…”

“Da werden sie immer ausgehängt.”

“Mit einer Taschenlampe.”

“Tja, das Licht war wohl kaputt.”

“Die Treppe auch.”

“Aber die Bekanntmachung haben Sie doch gefunden, oder?”

“Jaja”, sagte Arthur, “ja, das habe ich. Ganz zuunterst, in einem verschlossenen Aktenschrank, in einem unbenutzten Klo, an dessen Tür stand: Vorsicht, bissiger Leopard!”
(Douglas Adams, Per Anhalter durch die Galaxis)

Liebe PankowPiraten,

erinnert ihr Euch? Wir Piraten wollten die mit der Transparenz sein. Das bedeutet aber nicht nur, Dinge zu kommunizieren, die sonst in Hinterzimmern verborgen bleiben, sondern auch, nachvollziehbar zu machen, wer welche Inhalte kommuniziert hat.

In diesem Sinne fühle ich mich schon an Douglas Adams erinnert, wenn ich Tweets von einem Gruppenaccount lese, die mit Glück zwar mit Initialen als Kürzel signiert sind, aber nirgendwo erklärt ist, welchem Menschen diese Initialen zugeordnet sind.
Wenn ich Blogposts lese, wo Autoren ganz beliebig mit Vornamen, Vor- und Nachnamen oder Nicknames verzeichnet sind, aber auch hier nirgendwo eine Zuordnung erfolgt, dass ich evtl. mal diese Person im Wiki o.ä. nachrecherchieren könnte.
Wenn es keine öffentlich einsehbare Liste gibt, auf der ich sehen kann, welche Pankower Piraten überhaupt auf der Webseite und dem Twitteraccount schreibberechtigt sind.

Da hilft es mir auch überhaupt nicht, wenn Z mir sagt, ich solle mich an X oder Y wenden, die könnten mir darüber Auskunft erteilen.
Ich will nicht erst eine bestimmte Person fragen und Auskunft einholen müssen! Es sollte bei uns Standard sein, solche wie andere Informationen leicht und offen zugänglich zu machen, damit ich mich selbst informieren kann, auch wenn die Personen mit dem Expertenwissen einmal nicht greifbar sind.

Gerade in diesem konkreten Fall wäre es doch so einfach:
1. Schreibt in die Twitterbio der @PankowPiraten, wer diesen Account bespielt.
2. Schafft bei http://piratenpartei-pankow.de/ einheitliche Namenskonventionen oder/und richtet eine zusätzliche Unterseite ein, die im Bedarfsfall die Namen zuordenbar auflöst. Ein verpflichtendes Mindestmaß an Informationen auf den Autorenprofilen wäre da auch eine schöne Idee.

Danke!

Achtung, der Pöbel kommt!

Nun hat also app.net zwar nicht das Tor hoch und die Türe weit gemacht, aber zumindest doch eine Art Dienstboteneingang geöffnet: Jeder User, der bezahlt hat, darf eine begrenzte Anzahl an Invites verschicken und die so eingeladenen User kommen in den Genuss eines Freemium-Modells: sie können nur 40 Profilen folgen und auch der Dateiupload ist beschränkt. Dafür müssen sie aber nichts bezahlen.

Diese teilweise Öffnung stößt jetzt nicht überall auf Gegenliebe. Viele der Early Birds hatten wohl gehofft, ein wenig mehr unter sich zu bleiben, ein höheres Konversationsniveau zu erhalten und einfach Twitter ohne die Nachteile von Twitter zu haben. Jetzt beschweren sich die einen, dass sich ihre Timelines füllen, die nächsten, dass jetzt Hinz und Kunz auf dieser Plattform herumspringen und ganz andere verdammen das Projekt app.net gleich zum völligen Untergang.
„Moah, ist ja schon wie auf Twitter hier!“

Was habt ihr denn gedacht, was ADN wird, so eine Art Rotary Club für die, denen auf Twitter zu viel Plebs herumkreucht? Dann hättet ihr halt die Invites nicht vergeben dürfen. Und wenn ihr sie an eure Freunde vergebt, müsst ihr euch nicht wundern, dass Andere dies auch tun.

Zahlungskräftigkeit und -willen sind nun einmal genau so wenig ein Merkmal von Qualität wie Tumbleweed in der Timeline die Filtersouveränität ersetzt.

Also benehmt euch gefälligst nicht so, als würde gerade der Gärtner mit dreckigen Stiefeln gerade über euren teuren Perserteppich trampeln und eure vornehme Ruhe stören. Man kann sich immer noch aussuchen, wem man folgen möchte. Und von wem man gar nichts hören möchte, den kann man immer noch muten.

Wozu dann ADN und nicht einfach bei Twitter bleiben? Das müsst ihr selber wissen. Die deutlich offenere API wäre aber schon mal ein valider Grund.

Ich bin zu pazifistisch für Wahlkampf

Wahrscheinlich ist es eine persönliche Marotte von mir, aber ich glaube nicht daran, dass man Menschen überzeugen kann. Konsequent gedacht würde dies natürlich jede Diskussion und jeden Meinungsaustausch überflüssig machen, da sich nach dieser These niemand von seinem Standpunkt wegbewegen würde.

Natürlich, ganz so festgefahren ist die Realität nicht. Natürlich können Menschen ihre Meinung ändern und tun dies sogar recht häufig. Meistens tun sie das aber nicht, weil Person X ihnen gesagt hat, wie Sachverhalt Y zu bewerten ist, sondern weil sie, einmal angestoßen, sich selbst mit der Thematik auseinandergesetzt haben und sich informieren.

Jetzt ist bei uns Piraten der Spruch „Trau keinem Plakat – informier dich!“ schon Wahlkampftradition. Gerne auch als – Achtung Fnord – Großplakat! Mit dieser Selbstironie und Infoständen, um den Bürgern unsere Themen auf Anfrage nahezubringen, kann ich wunderbar leben. Informieren, das ist gut.

Sollte ich aber einen Wahlkampf mit den Methoden der Etablierten erleben (nichtssagende Plakatströme, persönliche Profilierung, nach dem Mund der Wähler reden, nutzlose Gimmicks mit Parteilogo verteilen, Konkurrenten schlechtreden, mit denen man am Ende hinterher sogar koalieren würde… purer „Stimmviehfang“ also), dann bin ich raus.

Ja, wir wollen Politik machen. Aber nicht um der Politik, sondern um der Bürger willen. Wir sind für sie da, nicht umgekehrt. Das sollten wir trotz allem „Wahl-Kampf“ nicht vergessen. Und wenn die Menschen uns nicht im Bundestag haben wollen, dann liegt es evtl. nicht daran, dass sie zu dumm oder uninformiert sind oder – ungleich uns – nicht wüssten, was gut für sie ist. (Sollte jemand dieses Menschenbild vertreten, hat er meiner Meinung nach nichts im Politikbetrieb verloren!) Wenn sie uns nicht wählen wollen, dann ist das eben so. Da müssen wir dann auch nicht missionieren und nicht bekehren.

Wir sind eine Option in der politischen Landschaft, die man wahrnehmen kann, aber nicht muss. Behalten wir das bitte im Hinterkopf.

Spielkram

Nicht dass ich dafür gerade Zeit hätte, Auftragsdeadline sei Dank, aber ich bin nach ein paar Wochen Abstinenz wieder in einer Lesephase angekommen. Readmill, eine Ebook-Reader-App mit Fortschrittstracking fürs iPhone hat Schuld. Die ist an feedbooks.com angebunden, wo es unglaubliche Mengen an freien Ebooks gibt, seien es Klassiker oder aktuellere CC-lizensierte Sachen.

Ergo habe ich in den letzten drei Tagen Hesses „Knulp“, „2BR02B“ und „The Big Trip Up Yonder“ von Kurt Vonnegut und „I, Robot“ von Cory Doctorow gelesen (Vonnegut und Doctorow waren feine SciFi-Kurzgeschichten im Stile von 1984), hatte Stefan Zweigs Schachnovelle angefangen und bin doch bei Frances Burnetts „A Little Princess“ gelandet. Was ich aber eigentlich an Readmill mag, ist, dass auch hier das Konzept des Social Network dabei ist. Man kann also sehen, was die Follower so lesen, markiert haben, dieses liken oder kommentieren usw. Ich stöbere doch so gern in Lektürelisten anderer Leute!😉

Wer da also schon sein sollte oder neugierig ist: https://readmill.com/heliantje :)

Die Shitstormer

Die Shitstormer*
 
Im düstern Auge keine Träne,
Sie sitzen im Lehnstuhl und fletschen die Zähne:
User, der Post wird dein Leichentuch,
Wir twittern hinein den dreifachen Fluch – 
Wir hetzen, wir ätzen! 
 
Ein Shitstorm dem N00b, der da gebeten
Um Hilfe bei seinen Problemen und Nöten;
Er hat vergebens gehofft und geharrt,
Wir haben geäfft, gefoppt und genarrt – 
Wir hetzen, wir ätzen!
 
Ein Shitstorm dem Mitmensch, der etwas gesagt
Oder unbequeme Dinge gefragt.
Wir haben ihn daraufhin gedisst,
Nur weil er anderer Meinung ist –
Wir hetzen, wir ätzen!
 
Ein Shitstorm der spät’ren Rechtfertigung,
Die uns niemals bringt zur Einigung,
Wo jeder Erklärungsversuch geknickt,
Wo Shitstormer nur der Fail erquickt –
Wir hetzen, wir ätzen!
 
Der Finger fliegt, das Keyboard kracht,
Wir twittern emsig Tag und Nacht –
Tja, User, der Post ist dein Leichentuch,
Wir twittern hinein den dreifachen Fluch –
Wir hetzen, wir ätzen!
 
 
(Warum? Weil mir das Verhalten, sofort und ohne Nachfrage Hass, Spott und Häme auf andere Menschen im Netz auszukippen, SO auf die Ketten geht!) 

Lieber @Tarzun! #NotmyBeisitzer

Lieber Tarzun,

du kandidierst auf dem BPT12.1 in Neumünster für den Posten des Beisitzers im Bundesvorstand.
Aha.

Folgendes hast du dir im Groben inhaltlich vorgenommen:

  • ein verbessertes LiquidFeedback
  • einen transparenteren Vorstand
  • eine Unterstützung der Debatte über wichtige, noch offene Fragen dieser Partei

Etwas detaillierter geht es auf deiner Kandidatenseite im Wiki zu:

  • Liquid Feedback „2.0“ einführen
  • Vorstandsarbeit (noch) transparenter gestalten
  • Innerparteiliche Meinungs- und Willensbildung fördern
  • Vertretung/Backup Generalsekretär/-in
  •  Den „Ständigen Parteitag“ einführen, sofern er beschlossen wird
  •  Aufgaben/Projekte identifizieren und priorisieren
  •  Ressourcen finden und schaffen
  •  Kommunikation und Koordination
  •  Vorstandsitzungen
  •  Nicht mehr [Zeit] als nötig und soviel wie ich kann und will [investieren]
  •  Verantwortungsdiffusion von der Basis zum Vorstand [auflösen]. Klarmachen zum Mitändern oder so

Aha, soso.
Genau das wünschen wir uns von einem… Beisitzer. Nicht.

Deine Agenda ist die eines Vorsitzenden. Lieber Tarzun, so bist du #NotmyBeisitzer

Und dann kommst du und sagst Folgendes:

Vorsitz: Ich hab keine Ahnung im Repräsentieren, keine Lust drauf und dafür erst recht keine Zeit, das fällt also aus. Außerdem is das ne Frucht, die auch für meine unbescheidenen Verhältnisse ein wenig hoch hängt.

Lieber Tarzun, das ist Bullshit vom Feinsten.

Was du an Inhalten propagierst: das wollen wir!
Was du zur Zeitinvestition sagst: das mögen wir!
Wie du das organisieren willst: das unterstützen wir!

Wenn du dir den Wahnsinn schon antun willst, dann tu es richtig und kandidiere zum Vorsitzenden des Bundesvorstands! Mit deinen Ideen, deiner Vorstellung des Zeitaufwands, deinem Organisations- und Delegationsentwurf.

Du sollst genau das tun, was du vorhast zu tun. Nicht mehr, nichts anderes. Genau das. Genau diese Agenda.

Aber zum Fick nochmal auf dem richtigen Posten!
Ergo: Tarzun for Vorsitz.